Martin Sansoni - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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Psychotherapie

 

 Angezeigt ist eine Psychotherapie bei Depressionen, Angstkrankheiten, psychosomatischen Symptomen, Essstörungen, Adoleszentenkrisen und (wenngleich mit Einschränkungen) Persönlichkeitsstörungen. Bei Psychosen, körperlich bedingten seelischen Störungen und Suchtkrankheiten sehe ich in aller Regel keine Indikation für eine ambulante Psychotherapie im engeren Sinne

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 Die Grundannahme der von mir durchgeführten psychoanalytisch orientierten Psychotherapie besteht darin, dass die Seele des aufwachsenden Kindes durch die Beziehung geprägt wird, die es zu seinen engsten Bezugspersonen (Vater, Mutter, Geschwister, evt. Großeltern und manchmal weiteren Bezugspersonen) unterhält. Hier werden innere Bilder und Verhaltensweisen entwickelt, die auch später - unter ganz anderen Gegebenheiten - zunächst einmal fortgesetzt werden, dabei aber oft unter den veränderten Umständen nicht mehr sinnvoll und störend sind.

 Die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie hat drei Ziele:

1. Die Versprachlichung: Seelische Inhalte, die bisher undeutlich und diffus als depressive Verstimmungen, als Angst oder als psychosomatische Symptome wahrgenommen wurden, müssen konsequent in Sprache gefasst werden, um sie so begrifflich und damit begreifbarer und handhabbarer zu machen.

2. Die Ursachenerforschung: Der Zusammenhang der aktuellen Problematik mit der Lebensgeschichte soll hergestellt werden; hier geht es insbesondere um die Prägung durch die Bezugspersonen von Kindheit und Jugend und die damals entwickelten inneren Bilder und Verhaltensweisen.

3. Die Veränderung: Fast nie gelingt es, die Probleme der Gegenwart durch einen Rückgriff auf Strategien des vergangenen Lebens zu lösen; letztlich muss etwas Neues in das Leben treten. Dieses Neue kann sein:

·  eine Veränderung der äußeren Lebenssituation (z.B. eine neue Ausbildung, eine neue Arbeitsstelle, die Begegnung mit neuen Menschen);

·  eine neue Bewertung (z.B. eine realistischere Sicht einer vorher entweder verherrlichten oder aber verteufelten wichtigen Bezugsperson);

·  neue Verhaltensweisen (z.B.: nicht mehr alles schlucken, sondern sich behaupten und auch einmal nein sagen). Ein wesentlicher Grundsatz ist das Prinzip 'Störungen haben Vorrang' - das was stört, muss angesprochen werden. Dies sollte möglichst zeitnah und unverzüglich, in einer sozial angemessenen Form und an den eigentlichen Verursacher der Störung adressiert geschehen. - Ein weiteres Gebot lautet, sich von Menschen und Situationen fernzuhalten, die uns schaden.

·  ein neuer Zugang zu Gefühlen (z.B.: Depression als Wut zu erleben).

 Zu Beginn stehen bis zu 6 Probesitzungen, in denen geprüft wird, ob eine Psychotherapie angezeigt und Erfolg versprechend ist. Die erste Stunde mag typischerweise der Darstellung der aktuellen Lage dienen, d. h. der bestehenden Beschwerden und der privaten und beruflichen Lebenssituation. Die zweite und dritte Stunde beschäftigt sich mit der lebensgeschichtlichen Entwicklung, die in der vierten Stunde im Sinne eines sinngebenden Zusammenhanges mit dem aktuellen Beschwerdebild verdichtet werden soll. Hierbei ist ein Fokus zu definieren, also ein zentraler Schwerpunkt der seelischen Problematik wie z. B. die Aggressionsbewältigung. Die fünfte (und ggf. sechste) Stunde dient der Besprechung des weiteren Vorgehens, also entweder der Planung einer Psychotherapie oder aber Vorschlägen für alternative Vorgehensweisen.

 Bei einer Psychotherapie werden zunächst wöchentliche Sitzungen (Dauer entweder 25 oder 50 Minuten) vereinbart, später kann auf 14tägige (und ggf. noch weiter gestreckte Intervalle) ausgedehnt werden. In den Sitzungen wird kein Thema vorgegeben, es gilt die Regel der freien Assoziation, d.h. alles, was gerade in den Sinn kommt, soll ausgesprochen werden. So nähert man sich besser den unbewussten Denkweisen; keinesfalls dürfen die Sitzungen durch ein Konzept oder gar in Form eines Spickzettels vorbereitet werden. Neben Ereignissen der vergangenen Woche, Überlegungen oder Gefühlszuständen sind Träume von besonderer Bedeutung. Aufgabe des Therapeuten ist es, dem dabei auftauchenden Material eine Deutung zu geben, also eine neue Bedeutung im Hinblick auf die oben aufgeführten Ziele der Versprachlichung, der Ursachenerforschung und der Veränderung. - Die Gesamtlänge der Psychotherapie ist unterschiedlich je nach Problematik und Verlauf; in der Regel wird aber von einer Gesamtdauer von 1 bis 3 Jahren auszugehen sein. Die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie hat eine Obergrenze von 80 (in seltenen Fällen 100) 50minütigen Einzelsitzungen.

 Der Erfolg einer Psychotherapie steht und fällt mit der Initiative, mit der die Patienten den therapeutischen Prozess und die damit verbundenen Veränderungen vorantreiben; eine passive Heilserwartung ('der Therapeut wird es schon richten!') hingegen wird in der Psychotherapie jeden Erfolg ausschließen. Die Erfolgskriterien der Psychotherapie sind

·  die Linderung der Symptome,

·  eine verbesserte Lebensbewältigung, die sich vor allem in einer erhöhten sozialen Kompetenz (also der Fähigkeit, soziale Netze aufzubauen und zu unterhalten) zeigen muss, und

·  innerseelische strukturelle Veränderungen, die einen verbesserten Umgang mit dem Fokus ermöglichen.