Martin Sansoni - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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Schlafstörungen

 "In Morpheus (also des altgriechischen Gottes des Schlafes) Arme sinken" wird zunehmend zum Problem. Schlafstörungen treten in drei Formen auf, die sich durchaus kombinieren können:

  • Bei den Einschlafstörungen gelingt es nicht, sich von den Tagesgeschehnissen zu lösen, zu entspannen, abzuschalten, eben einzuschlafen.
  • Durchschlafstörungen bedeuten, dass die Betroffenen - oft nach einem ungestörten Einschlafen - nachts wieder wach werden und erst nach einer längeren, als quälend erlebten Zeitspanne wieder einschlafen und danach erneut erwachen ("zerhackter Schlaf").
  • Beim Früherwachen wird man weit vor der sonst üblichen Zeit wach und schläft gar nicht mehr ein.

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 Der Schlaf dient der Erholung. Typischerweise besteht der Schlaf aus

  • etwa fünf Tiefschlafphasen ("NonREM-Phasen"; hier findet die körperliche Erholung statt), die von
  • Traumphasen ("REM=Rapid-Eye-Movements-Phasen" - in ihnen erfolgt die seelische Erholung) unterbrochen werden.

 Fehlt ausreichend Schlaf, fühlt man sich tagsüber müde, "gerädert", in der Konzentration und Leistungsfähigkeit gemindert. Die beiden ersten Stunden des Schlafes (ob vor oder nach Mitternacht spielt keine Rolle!) sind die für die Erholung wichtigste Zeit.

 Das Schlafbedürfnis ist individuell unterschiedlich, durchschnittlich im jungen und mittleren Erwachsenenalter zwischen 7 und 8 Stunden pro Nacht. Um 1900 schliefen die Menschen durchschnittlich 9 Stunden, wahrscheinlich war das gesünder, passt aber nicht mehr zu den Bedürfnissen der derzeitigen Wirtschaft. Alpträume mögen zwar als quälend erlebt werden, sie dienen aber der seelischen Verarbeitung von belastenden Gefühlen wie insbesondere der Angst.

 Hinweise für die Behandlung von Schlafstörungen (heute 'Schlafschule' genannt):

  • Koffein (enthalten in Kaffee, Tee und Cola) ist nach 14:00 zu meiden. Alkohol fördert nur in kleinen Mengen das Einschlafen, stört aber die weitere Architektur des Schlafes und ist daher dem Schlaf nur in Maßen förderlich.
  • Über Tag darf (über einen höchstens 30minütigen Mittagsschlaf in dem Zeitraum zwischen 13:00 und 15:00 hinaus) nicht geschlafen werden.
  • Der Schlafraum sollte ruhig, kühl und abgedunkelt sein. Er sollte allein dem Schlafen vorbehalten sein; jede Ablenkung wie Fernsehen, Lesen, Telefonieren, Rauchen usf. haben in ihm nichts zu suchen.
  • Bei Schlafstörungen sollte man zu regelmäßigen Zeiten, aber nicht zu früh, i. d. R. nicht vor 23:00 Uhr zu Bett gehen.
  • Körperliche Ursachen einer Schlafstörung (Beispiele: eine Herzmuskelschwäche, Atemwegserkrankungen, Schmerzen oder das durch nächtliche Atemstillstände gekennzeichnete sog. "Schlaf-Apnoe-Syndrom") spielen vor allem im höheren Lebensalter eine Rolle. Sie müssen diagnostiziert und behandelt werden.
  • Ansonsten sind die meist seelischen Ursachen einer Schlafstörung zu erfassen und anzugehen. Schlafstörungen können bei allen Formen seelischer Erkrankungen auftreten. Einschlafstörungen entstehen durch eine innere Anspannung, ein Nicht-Loslassen-Können angesichts eines schwer lösbaren Problems. Durchschlafstörung und Früherwachen finden sich meist vor dem Hintergrund einer depressiven Entwicklung; sie drücken eine schwer lastende, anhaltende Sorge aus.
  • Schlafmittel sind - sieht man einmal von dem sicherlich unbedenklichen pflanzlichen Baldrian ab - problematisch, da es sich überwiegend um Tranquilizer handelt, an die man sich im Laufe einer längeren Zeit gewöhnen und von ihnen abhängig werden kann. Sie sollten daher bei täglicher Einnahme nicht länger als 14 Tage, längstens aber 6 Wochen genommen werden.
  • Bei Durchschlafstörungen und Früherwachen hilft in der Regel nur ein Antidepressivum.
  • Entspannungsverfahren können das Einschlafen erleichtern.
  • Jeder Versuch, das Einschlafen erzwingen zu wollen, scheitert. Ruhige Gelassenheit ist vorzuziehen. In diesem Sinne ist das "Entkatastrophisieren" durch paradoxe Intervention zu sehen: "Dann bleibe ich eben wach!" Oder aber: einfach aufstehen, wenn man nicht schlafen kann. Die Bettliegezeit darf die Schlafzeit höchstens um eine halbe Stunde übersteigen. Wer später als geplant einschläft, sollte - obschon müde - dennoch zur üblichen Zeit aufstehen, ansonsten verschiebt sich der Rhythmus immer weiter nach hinten.

Lesenswert ist das Buch von Ingrid Füller: Wenn der Schlaf gestört ist. Verlag: Stiftung Warentest. - Oder im Internet Alexander Borbély