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Martin Sansoni - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Angstkrankheiten


Angst ist ein nützliches Alarmsignal, das vor Gefahren warnt und in einen Zustand erhöhter Kampf- oder Fluchtbereitschaft versetzt: schneller Puls, hoher Blutdruck, beschleunigte Atmung, erhöhte muskuläre Anspannung, vermehrte Bereitstellung von Stoffwechselenergie.

 Neben dieser normalen, nützlichen Angst gibt es aber auch eine krankhafte Angst, die scheinbar ohne gefährlichen Anlass auftritt. Diese Angst kann in verschiedenen Formen auftreten:

  1. in Form von plötzlich auftretenden Panikattacken (Panikstörung),
  2. in Form einer ständig gleichförmig bestehenden Angst (Angstneurose) oder
  3. in Form von durch bestimmte Situationen wie z. B. Menschenmengen, enge Räumen, Verkehrsmittel oder Höhe ausgelösten Angstzuständen (Phobie). Neben einfachen Phobien (z. B. vor Spinnen oder vor Höhe) sehen wir die Agoraphobie (die Angst, in Menschenmengen hilflos zu werden) und die Sozialphobie (die Angst vor der 'sozialen Prüfung', d. h. die Angst, von einer Gruppe von Menschen schlecht bewertet und abgelehnt zu werden). Die Panikstörung zieht im weiteren Verlauf meist eine Agoraphobie nach sich.
  4. Als 'Angstvermeidungskrankheit' ist die Zwangsneurose anzusehen. Bei ihr versucht die Seele, zugrunde liegende Ängste durch das Ritual der Wiederholung zu beschwichtigen. Beispiele für Zwänge sind das ständig wiederholte Waschen der Hände oder das über ein normales Maß hinaus gesteigerte Kontrollieren, ob Strom, Wasser und Gas abgestellt wurden.

 Die Symptome bei den Angstkrankheiten bestehen - neben dem Gefühl der Angst, die sich bis hin zu der Angst, 'verrückt zu werden' oder 'umzufallen' steigern kann - aus den typischen körperlichen Begleitreaktionen der Angst: Herzrasen, Herzklopfen, Atemnot, Zittern, Schweißausbrüche, Schwindel, Durchfall, Übelkeit. Eines oder einige dieser Symptome können im Vordergrund stehen, andere können fehlen. Oft nimmt die Angst ab, sobald Personen, die ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, hinzukommen.

 Menschen neigen dazu, den Situationen, die Angst machen, aus dem Weg zu gehen. Durch dieses Vermeidungsverhalten kann die Angst nicht mehr durch die meist entängstigende Erfahrung der Wirklichkeit korrigiert werden, die Angst wächst in der Phantasie ins Unermessliche. Hieraus ergibt sich der wohl wichtigste Behandlungsgrundsatz für Menschen mit Angstkrankheiten, der Grundsatz der Konfrontation: sie müssen sich wieder mit den Angst auslösenden Situationen konfrontieren. So muss z. B. ein Patient mit einer Höhenangst wieder hohe Aussichtstürme besteigen lernen.

 Aber nur scheinbar ist die Angst bei Angstkrankheiten unbegründet. Der Anlass der Angst ist oft nur verdeckt. Meist sehen sich Angstkranke in einer schwer erträglichen, einengenden Lebenssituation, aus der sie unbewusst gern ausbrechen möchten, diesen Ausbruch aber wegen der dagegen stehenden Hindernisse nicht wagen. So können die Einengung durch das Arbeitsverhältnis, eine Partnerschaft, die Vereinnahmung durch Menschen oder die Wohnsituation eine Angstkrankheit auslösen.

 Wichtig ist der Teufelskreis des "sich Aufschaukelns": die Angst verursacht ihre typischen körperlichen Begleitsymptome (z. B. Herzrasen), die dann fälschlicherweise vom betroffenen Menschen als Symptome einer schweren körperlichen Krankheit (z. B. Herzinfarkt) gedeutet werden, was die Angst und damit erneute körperliche Begleitsymptome weiter verstärkt. Von nun an unterhält die Angst sich selbst.

 Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Ambulante Psychotherapie: Wichtig ist die Aufforderung, all das wieder aufzusuchen und zu tun, was Angst macht. Daneben müssen die Belastungen, die die Angst letztlich ausgelöst haben, erfasst werden. Danach muss nach Möglichkeiten gesucht werden, diese schwer erträglichen Belastungssituationen zu verändern und offensiv anzugehen.
  2. Entspannungsverfahren (wie z. B. das Autogene Training) versuchen, die typischen körperlichen Begleiterscheinungen der Angst zu lindern. Hier kann versucht werden, das "Aufschaukeln" der sich selbst unterhaltenden Angst zu unterbrechen.
  3. Einen ähnlichen Hintergrund hat die manchmal - vor allem zu Beginn der Behandlung - erforderliche Behandlung mit angstlösenden Medikamenten.
  4. Selbsthilfegruppen
  5. Eine stationäre Behandlung ist bei den Angstkrankheiten nur ganz selten angezeigt.